BÄUME SIND HEILIGTÜMER,
WER MIT IHNEN SPRECHEN, IHNEN ZUZUHÖREN WEISS,
DER ERFÄHRT DIE WAHRHEIT.
SIE PREDIGEN NICHT LEHREN UND REZEPTE,
SIE PREDIGEN UM DAS EINZELNE UNBEKÜMMERT,
DAS URGESETZ DES LEBENS. Hermann Hesse
Drechseln
als Meditation
Seit zwanzig Jahren betreibe ich das Drechseln als zweiten
Beruf und habe es nun zum Hauptberuf als Kunsthandwerker gemacht.
Für mich als Yoga-Praktizierender ist das Arbeiten mit
Holz an der Drehbank und die damit verbundene Konzentration
eine Art der Meditation, um zu meiner Mitte zu finden. Es
ist fast wie ein mystisches Erlebnis.
Den Werkstoff Holz beziehe ich direkt aus den Wäldern
der nächsten Umgebung, oder auch aus Obsthölzern,
die gefällt werden müssen und zu schade für
Brennholz sind. Ich verarbeite getrocknetes oder nasses Holz,
das direkt aus dem Stamm geschnitten wird und keine Brettware.
Die Seele des Baumes lebt im Gefäß weiter
Der Wald verdient unseren Respekt; zeigt doch jeder einzelne
Baum - ein eigenes Individuum, mit seinem Charakter, seiner
Zeichnung, seiner Farbe und seinem Duft die Vielfalt der Natur.
Manchmal arbeiten wir an Bäumen, die hundert- oder zweihundert
Jahre an einem Ort gestanden haben und Zeitzeichen sind.
Sie schildern uns ihre Erlebnisse in Form von Zeichnung, Wuchs
und Farbe und sie verdienen unsere Liebe und unseren Respekt.
Die natürlichen Linien von meinen Kunsthandwerksstücken
sind eine Reflektion des Baumes und seiner Herkunft.
Meine Kreationen entstehen meist während der Arbeit und
richten sich nach den Gegebenheiten des Baumes, um die ihm
eigenen Charakterzüge und Strukturen herauszuarbeiten
und zur Geltung zu bringen. Und ich denke, dass die Seele
des Baumes so in meinen Gefäßen weiterlebt.
Englische Technik
Offenheit für jede neue Drechseltechnik ist für
mich oberstes Gebot. Die verschiedenen Drechseltechniken erlernte
ich in mehreren Kursen und aus einer großen Auswahl
an Drechselliteratur. In erster Linie auch durch die englische Drechselzeitung "WOODTURNING".
Hervorzuheben ist ein Intensivkurs beim
international bekannten englischen Drechsler Melvyn Firmager
in Großbritannien.
Viele Tips und Tricks verdanke ich
auch dem französischen Drechsellehrer und Herausgeber
der Drechsler-Zeitschrift "Couleurs bois", Philippe
Bourgeat und dem kanadischem Hakendreher André Martel.
Aus England kommt auch meine professionelle Drehbank der Fa.
Hegner, VB 36, auf der sich auch extrem schwere Rohlinge noch
sicher befestigen und durch die stufenlose Drehzahlregelung,
gefahrlos drehen lassen. Außer den üblichen Drechselwerkzeugen,
verwende ich die speziell von „Melvyn“ entwickelten
Röhren die nicht im Handel erhältlich sind und eine
eigene Technik verlangen.
Mein Bestreben ist es, jedem, der etwas von mir Gedrechseltes
besitzt, Freude an einem Stück Natur zu wecken, das weiterlebt.
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